Tiefe · Weite · Stille · Licht

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Der Lavendel

Lavandula

Der Lavendel ist violett, und er desinfiziert – er desinfiziert auf vielen Ebenen. Wenn Du ätherisches Lavendelöl mit Wasser vermischt in eine Sprühflasche gibst und damit Deinen Raum aussprühst, haben es Bakterien und Viren schwerer, sich dort niederzulassen. Ein paar Tropfen Teebaumöl kann diesen Effekt noch verstärken. Du kannst auch jemand bitten, Dich damit abzusprühen – besonders wenn Du über dem Kopf anfängst, wirst Du die klärende Wirkung in Deiner Aura schnell merken (aber bitte: Was ich in „Hilfsmittel“ sage, gilt auch hier: Das verändert nicht die Ursache! Es kann einen von gewissen Fremdeinflüssen befreien, es kann einem den Kopf klarer machen – aber wenn wir aufgrund von unaufgearbeiteten Mustern negative Gedanken ausschütten, Angst, Schmerz oder sonstiges Zeug, müssen wir an der Ursache arbeiten und nicht auf den Lavendel hoffen!)

Nichtsdestoweniger ist diese reinigende, klärende Wirkung sehr nützlich, auch, wenn man sich ihrer in einer Duftlampe bedient, um Räume hygienisch zu halten. Im Garten ist der Effekt überaus bekannt, sonst würde man nicht Lavendel zu Rosen pflanzen, um sie vor Mehltau zu schützen. Dieser fungizide (pilzfeindliche) Aspekt kann ebenfalls uns Menschen dienen, und zwar den Frauen, die zu Vaginalpilzen neigen: Zur Vorbeugung oder beim allerersten Anfang einer solchen Infektion schlagen ein paar Tropfen Lavendelöl auf einer Slipeinlage oft den Candida albicans, den Pilz, der eben die meisten solcher Mykosen verursacht, in die Flucht. Ich habe oft Frauen mit einer solchen Anlage mit diesem Vorbeugungsmittel helfen können – bei einer manifesten Mykose reicht der Lavendel allerdings nicht, und ich würde auch betroffenen Frauen nicht empfehlen, sehr viel Zeit und Nerven zu verschwenden, nur um partout auf das Clotrimazol, das chemische Anti-Pilz-Mittel zu verzichten. Da dieses den Pilz zwar zuverlässig tötet, die Anlage aber nicht beeinflußt, mag aber parallel dazu und hinterher der Lavendel nutzen, auf der Slipeinlage oder auch gelegentlich als Spülung: 4 Tropfen Lavendelöl und 4 Tropfen Teebaumöl auf einen halben Liter Rosenwasser. Daraus kannst Du eine Art Mini-Sitzbad machen. Und auch die Neigung zu Fußpilzen kann mit dem Lavendel gebannt werden (wiederum:Die Neigung und der allererste Beginn, nicht mehr die manifeste Mykose!) indem Du Dir Lavendelöl in die Zehenzwischenräume tupfst. Du solltest sie vorher gut abtrocknen oder sogar föhnen – Feuchtigkeit ist kontraproduktiv bei Pilzen.

Vorbeugung ist auch an anderer Stelle, und nicht nur gegen Pilze, sondern auch gegen Bakterien gut möglich: Die Zahnseide, mit Lavendelöl befeuchtet, ist noch mal einiges wirksamer. Bei einer beginnenden Halsentzündung kann man der Salbei, Abkochung, die man dann schnellstens zum Gurgeln verwenden sollte, ein oder zwei Tropfen Lavendelöl hinzufügen.

Die nervenberuhigende Wirkung des Lavendels ist hinreichend bekannt. Interessant von meiner Warte ist darin, daß ich weniger einen klassisch beruhigenden Effekt wahrnehmen kann (wie bei Baldrin, Passionsblume, Kava-Kava etc), sondern eben eine gewisse Befreiung von Fremdenergien, was dem Nervensystem Erleichterung verschafft, weil man nicht mehr so viel fühlen muß, was möglicherweise gar nicht das eigene Thema ist. Nach unliebsamen Elternabenden, Verwandtenbesuchen etc ppp.. mag es also sinnvoll sein, sich ein Lavendelbad zu gönnen, zB. das von Weleda. Und sich dann noch mit einem fetten Öl einzuölen, dem man einige Tropfen ätherisches Lavendelöl beigemischt hat. Lavendelöl ist zwar als eines der ganz wenigen ätherischen Öle so mild, daß man es pur auf die Haut auftragen kann, wie ich bei den Zehenzwischenräumen beschrieb, aber für den ganzen Körper würde ich es nicht empfehlen, sondern immer mischen. Aber wenn Du einfach ein fettes Öl, ds Dir genehm ist – wie Mandelöl, Macadamiaöl, Jojobaöl oder ähnliches – mit dem ätherischen Lavendelöl mischt, erhältest Du eine gute Massageöl-Mischung. Du kannst, wenn es Dein Geldbeutel erlaubt, auch noch einige Tropfen echtes ätherisches Rosenöl beifügen für den genannten Zweck, das erzeugt nochmal mehr umhüllenden Charakter.

Damit aber noch nicht genug; der Lavendel hat noch eine weitere außerordentliche Trumpfkarte, nämlich die Heilwirkung bei Verbrennungen. Pures Lavendelöl auf die verbrannte Stelle läßt die Brandwunde viel schneller und meist blasenfrei heilen. Dr.R.M. Gattefossé, einer der Koryphäen der Aromatherapie, beschrieb folgendes: In seinem Labor erlitt er eine ernsthafte Verbrennung seiner Hand. In seiner Not tauchte er die Hand in die erstbeste Schale mit Flüssigkeit. Es war Lavendelöl. Der Schmerz, sagte er, ließ sofort nach, und die Wunde verheilte in kurzer Zeit ohne Narben. Wir durften eine ähnliche Erfahrung machen, als Bernadette sich vor ein, zwei Jahren mit Wasser aus dem Wasserkocher verbrühte: Auch diese Brandwunde heilte sehr viel schneller und schmerzloser, als es normalerweise zu erwarten gewesen wäre, es bildeten sich keine Brandblasen. Seit dieser Erfahrung haben wir immer reines Lavendelöl im Haus und auf jeder Reise dabei.

Dabei muß ich dann natürlich erwähnen: Du brauchst reines Lavendelöl, und Du brauchst echtes. Die gräßlichen synthetischen Aroma-Öle sind, so hoffe ich, kaum der Erwähnung wert – aber bei dem Lavendel gibt es noch eine Tücke. Der wilde Lavendel, lavendula officinalis, ist ein kleiner, wilder Strauch. Eine andere Art, lavandula angustifolia, ist ein wenig größer, aber auch nicht riesig. Sie wachsen in den Bergen in einer Höhe von 800 – 1800 m und sind überwiegend in der Provence beheimatet. Diese Arten, klein und der rauhen Bergugebung angepaßt, produzieren nicht sehr viel ätherisches Öl und ihr Öl ist schwer zu bekommen, es heißt: „Lavendel extra“ oder „Lavande officinalis extra“. Die Sammlung der kleinen Blüten ist zeitaufwendig. Es gibt aber auch noch einen anderen Lavendel – Lavandula latifolia, man nennt ihn auch Speick-Lavendel. Dieser ist überwiegend in Spanien beheimatet. Er ist sehr viel größer, prächtig, und sehr viel reicher an ätherischem Öl durch seine dicken Blütenrispen. Man hat diese beiden Arten gekreuzt, das ergibt den Lavandin Grosso. Diese Art ist steril, sie wird in riesigen Mengen angebaut und maschinell geerntet. Sie wächst in riesigen Feldern in der Ebene, und auch wenn es natürlich eine großartige Schönheit ist, in all diesem Blau zu stehen, hat naturgemäß diese Pflanze in der Ebene in großen Monokulturen nicht die gleiche Qualität wie der wilde, kleine, zähe Lavendel aus den Bergen der Provence! Der Lavandula officinals ist ein wilder Geselle…wild und frei, schädlingsresistenz, autonom und heilig. Der gekreuzte Lanandin Grosse wird dann in sehr großen Mengen aus Frankreich exportiert für Seifen- und Duftstoffherstellung. Auf diesem Weg wird das Öl immer wieder verdünnt….. und enthält daher nicht mehr sehr viele Wirkstoffe. Also achtet darauf, daß ihr echtes Lavendelöl erhaltet, das seinen Preis hat (schließlich braucht man in der Regel nicht mehr als ein paar Tropfen, wenn man sich nicht gerade großflächig verbrennt!), oder, wenn ihr das billige Lavandin bekommt, dosiert einfach etwas höher. Auch das verdünnte Lavandin wirkt – nur sehr viel schwächer. Um aber Pilze und ähnliches zu bekämpfen, braucht man schon einen höheren Wirkstoffgehalt.